Borkenkäferkatastrophe geht in 2019 weiter! Beeinträchtigungen für Waldbesucher unvermeidbar!

Wer durch die Wälder des Landkreises Altenkirchen geht, sieht sie überall. Fichten ohne Nadeln oder mit rot leuchtenden Kronen. Fichtenstämme mit teilweiser oder gänzlich abgefallener Rinde. Alles Zeichen eines Käferbefalls, wie er in der forstlichen Geschichte der letzten hundert Jahre und vermutlich darüber hinaus noch nicht vorgekommen ist. Die Arbeit von Waldbesitzern und Förstern mehrerer Generationen wurde und wird von einem, nur wenige Millimeter großen Insekt, in wenigen Wochen oder Monaten zerstört. Ursache ist letztlich der Klimawandel und daraus resultierend sehr trockene und warme Sommer 2018.  Durch diese Witterung begünstigt, kam es in 2018 zu einer noch nie dagewesenen Massenvermehrung der Käfer.

Damit dieser sowohl ökologische als vor allem auch ökonomische Schaden (Fichte = Brotbaum der Waldbesitzer) nicht noch größer wird, ist dringender und zeitnaher Handlungs-bedarf gefragt. Befallene Bäume müssen zeitnah gefällt, entrindet oder umgehend aus dem Wald verbracht werden. Nur so kann die Entwicklung der Jungkäfer sowie der nachfolgenden Käfergenerationen unterbrochen werden. Ziel muss es sein, einen weiteren Befall zu verhindern. Dies setzt aber kontinuierliche Kontrolle und umgehende sowie wiederkehrende Fällarbeiten voraus. Dabei müssen aber auch wirtschaftliche Gesichtspunkte und verfügbare Ressourcen Beachtung finden. Dass es dabei zu Behinderungen der Waldbesucher und Erholungssuchenden kommt, liegt in der Natur der Sache. Die Waldbestände werden normalerweise in Abstand von mehreren Jahren gepflegt oder durch die Entnahme einzelner Stämme beerntet. Das Holz wird verkauft und sehr zeitnah abgefahren. Nach Abschluss dieser Maßnahmen werden die Waldwege wieder instand gesetzt und stehen somit allen Waldbesuchern zur Verfügung. In der derzeitigen Ausnahmesituation (!) ist dies weder möglich noch vertretbar. Auch der Abfluss des Holzes aus dem Wald geschieht derzeit nur sehr langsam und das Holz lagert häufig längere Zeit im Wald.  Trotzdem – sofern die Wege nicht durch aktuelle Fällarbeiten zum Schutze der Waldbesuchenden gesperrt sind – sind die Waldwege mit geeignetem Schuhwerk durchaus nutzbar. Das Forstamt Altenkirchen weist daher darauf hin, dass aufgrund dieser Ausnahmesituation zeitweise Einschränkungen und Behinderungen nicht zu vermeiden sind.

Darüber hinaus wird häufig von Waldbesuchern beklagt, dass der Wald „nicht mehr ansprechend aussähe und ob er nicht aufgeräumt werden könnte“?  Dazu wird seitens des Forstamt Altenkirchen folgender Sachverhalt angemerkt. Ziel der Forstwirtschaft ist es, einen stabilen Wald, der den schwieriger werdenden Anforderungen durch Klimawandel und den damit verbundenden Folgen standhält, zu entwickeln. Dies soll im Rahmen naturnaher Waldbewirtschaftung geschehen und bedarf aufgrund der Langlebigkeit von Wäldern mehrerer Generationen. Dazu gehört es nicht nur klima- und bodenangepasste Bäume zu pflanzen. Besonderes Augenmerk ist dabei auch auf den dauerhaften Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu legen. Dies kann nicht erreicht werden, wenn der komplette Baum und damit 100 % der Biomasse dem Waldboden entzogen werden. So verbleiben heute die Kronen- und sonstige nicht verwertbare Baumbestandteile im Wald. Sicher ließen sich diese noch thermisch nutzen, der Schaden für die Waldböden wäre aber fatal – so geschehen in den zurückliegenden Jahrhunderten mit der Folge der Devastierung der Waldböden –  und könnten nur durch künstliche Düngung kompensiert werden. Und das kann nicht Ziel naturnaher Waldwirtschaft sein. Aus Sicht mancher Ästheten mag dies nicht immer schön aussehen, schützt den Waldboden aber nachhaltig, erhält seine Fruchtbarkeit und damit die multifunktionalen Wirkungen des Waldes für die Allgemeinheit.

Mehr Informationen:
Landesforsten Rheinland-Pfalz
Forstamt Altenkirchen

www.forstamt.altenkirchen.wald-rlp.de
www.wald-rlp.de

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