Digitale Dörfer: Aus der Krise wachsen

Ein Rückblick auf das Jahr 2020

Das Jahr 2020 war ein Jahr der Krise, aber auch ein Jahr der Chancen! Unser Alltag hat sich durch die Corona-Pandemie seitdem grundlegend verändert. Einkaufen, Bus und Bahn fahren, Essen gehen und vor allem der direkte Austausch mit Freunden, Familie und in der Gemeinde ist stark eingeschränkt. Beschränkungen, die dem Schutz vor dem Virus dienen, führen dazu, dass den Menschen besonders eines fehlt: Kontakt.
Wie sich aus Krisen Chancen schaffen lassen, zeigten unsere Bürger:innen, die in den schwierigen Zeiten notwendiger Isolation so zahlreich ihre Hilfe angeboten haben, um denen zu helfen, die das Haus nicht mehr verlassen konnten oder durften. Unsere App, der „DorfFunk“, erlebte eine nie dagewesene Eigendynamik, die uns förmlich überrannte. Viele Hilfsangebote standen einer überschaubaren Zahl an Hilfsgesuchen gegenüber. Daraus entstand die Idee, eine Corona-Hotline zu schalten, um damit noch mehr Menschen zu erreichen, die dringend Hilfe benötigen. Denn gerade ältere Menschen konnten sich mit ihrem Telefon über uns als Schnittstelle in der digitalen Welt Gehör verschaffen, und ihnen wurde durch Freiwillige aus dem „DorfFunk“ geholfen. Daraus entstanden viele neue Kontakte und Bekanntschaften, die auch jetzt noch gepflegt werden (und uns als Vermittler überflüssig gemacht haben).


Im Zuge des Erfolges wurden die Online-Dienste im April 2020 flächendeckend und kostenfrei in ganz Rheinland-Pfalz zugänglich gemacht, die Bundesländer Schleswig-Holstein und Sachsen zogen nach.

Ein Gespräch mit dem Bundespräsidenten
Eines unserer Highlights aus letztem Jahr war auf jeden Fall das Gespräch mit dem Bundespräsidenten anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltages am 19. Juni 2020.


Nach zahlreichen vorbereitenden Gesprächen trafen ein TV-Übertragungswagen, zahlreiche Tontechniker und Kameraleute nebst Technik vor Ort ein. Der gesamte Aufruhr steigerte im Projektbüro in Betzdorf die Nervosität der Anwesenden schon beim Betreten der Räumlichkeiten, in dem die digitale Video-Schalte stattfinden sollte. Während des Gesprächs mit dem Bundespräsidenten verflog die Nervosität jedoch ein wenig und wir konnten den interessanten Austausch sogar genießen. Dies war nicht zuletzt auch der natürlichen Moderationsweise des Bundespräsidenten zu verdanken. An unserer Seite und die wichtigsten Akteure, stellvertretend für alle aktiven Ehrenamtlichen, Caroline Decker und Ines Kirschner – beide bis heute außerordentlich engagiert für hilfesuchende Mitbürger:innen.

Einfach mal anders machen
Die Corona-Pandemie zwang uns dazu die Dinge anders anzugehen – denn Workshops und Veranstaltungen konnten nicht durchgeführt werden.
Einiges verlagerte sich ins Netz, indem Veranstaltungen online per Videotelefonkonferenz abgehalten wurden, aber auch andere analoge Formate haben wir begleitet. Besonders unsere Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der Jugendpflege war über das ganze letzte Jahr wieder sehr erfolgreich. Hervorzuheben sind unsere beiden Projekte gegen Jahresende: Der stehende Martinszug im ehemaligen Schuhhaus Feisel, samt Laternenwettbewerb und dem eigenen Martinsfilm – ein einmaliges Projekt bei dem zusätzlich die Feuerwehr Betzdorf, die Stadtkapelle und die Stadt Betzdorf beteiligt waren.

In der Vorweihnachtszeit öffnete sich der Digitale Adventskalender und das wachsenden Adventsfenster im Projektbüro in der Viktoriastraße, eine Kombination aus Digitalem und Analogem.
Im Hintergrund haben wir an den Themen Kommunikation und Personal- und Organisationsentwicklung gearbeitet.

Ein Blick in die Zukunft
Als erfolgsversprechend hat sich das Konzept „Kommunen lernen von Kommunen“ in Bezug auf das Thema „Digitalisierung“ immer wieder gezeigt. So veröffentlichten wir im letzten Sommer zusammen mit den zwei weiteren Modell-Verbandsgemeinden Eisenberg und Göllheim unseren Erfahrungsbericht „10 Tipps für die Digitalisierung in meiner Kommune“, der in den Gemeinden gut aufgenommen wurde.


„Wir sehen, dass ein großes Interesse und ein Bedarf an Austausch bestehen. Bereits jetzt sind die drei Verbandsgemeinden Ansprechpartner in der kommunalen Familie, wenn es um Fragen der Digitalisierung geht“, so der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Um diese wertvolle Funktion zu erhalten und unter einem gemeinsamen Dach weiterzuentwickeln, ist durch das Ministerium des Inneren und für Sport das „Netzwerk Digitale Dörfer RLP“ ins Leben gerufen worden. Ziel des Netzwerkes ist es nun, die Erkenntnisse und Erfahrungen vor Ort an interessierte Gemeinden in Rheinland-Pfalz weiterzugeben und diese bei digitalen Projekten zu unterstützen, aber auch von anderen Kommunen zu lernen und dieses Wissen in unserer Verbandsgemeinde anzuwenden. Wir freuen uns auf diese neue Aufgabe und mit dem lokalen Projekt „Betzdorf digital“ weiterhin zusammen mit vielen verschiedenen Akteuren aus der Verbandsgemeinde die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter zu nutzen, um einen Mehrwert vor Ort zu schaffen.


Projektteam „Digitale Dörfer“/“Betzdorf digital“
Sascha Hensel und Sarah Brühl
02741/291-124 und -125
digitale.doerfer@vg-bg.de // betzdorf.digital@vg-bg.de

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