Gruppe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums war zu Besuch in Kaliningrad

Im Rahmen des Schüleraustauschprogramms mit dem russischen Lyzeum-Internat in Kaliningrad/Königsberg verbrachten 17 Schülerinnen und Schüler mit den begleitenden Lehrkräften Christine Müller und Jens Wöllner eine Woche in der russischen Exklave Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg.

Passend zum diesjährigen Projektthema „Architektur und Stadtentwicklung“ beschäftigten sich die Jugendlichen zusammen mit ihren russischen Gastgebern mit dem wechselvollen Schicksal der Stadt. Das Denkmal von Herzog Albrecht vor dem Königsberger Dom weist auf die lange Geschichte der Stadt hin, die 1255 vom Deutschen Orden gegründet wurde. Doch aus der deutschen Epoche der Stadt ist nur wenig erhalten. Die meisten Gebäude wurden Opfer des Zweiten Weltkrieges. Ein Teil des Schulgebäudes, das heutige Internat, stammt jedoch noch aus der Zeit vor dem Krieg. Im Umfeld sind auch noch einige Wohnhäuser erhalten. Auch der in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder aufgebaute Dom erinnert an die deutsche Vergangenheit der Stadt. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung zu der Stelle, an der das Königsberger Schloss stand. Dessen Ruinen mussten in den 1960er Jahren dem Neubau des Hauses der Räte weichen. Dieser für die Architektur der Sowjetzeit typische Zweckbau wurde allerdings wegen des instabilen Fundamentes nie genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste für viele Menschen schnell Wohnraum geschaffen werden. So entstanden auch hier die aus der ehemaligen DDR bekannten Plattenbauten, die das heutige Stadtbild Kaliningrads prägen. Seit etwa zwanzig Jahren kommt aber auch die deutsche Geschichte der Stadt ins Bewusstsein der russischen Bevölkerung und so versucht man, stellenweise architektonische Aspekte des alten Stadtbildes wiederherzustellen. So wurde in der Nähe des Domes das Fischdorf nach altem Vorbild nachempfunden. Ebenso wurden an einer der Hauptverkehrsachsen die Fassaden einiger Häuser im hanseatischen Stil neu gestaltet. Ganz anders sieht es auf der Kurischen Nehrung aus. Im russischen Teil überwiegen sehr kleine Dörfer mit einfachen Steinhäusern; die Architektur auf der litauischen Seite erinnert an skandinavische Holzhäuser. Hier ist die Infrastruktur stark touristisch ausgerichtet.

Die Gruppe der Betzdorfer Schülerinnen und Schüler bei Ihrem Besuch in Russland.
Die Gruppe der Betzdorfer Schülerinnen und Schüler bei Ihrem Besuch in Russland.

Ein Erlebnis ganz anderer Art war der Besuch eines auf ökologischen Grundsätzen basierenden Gebäudes aus reinen Naturmaterialien im SALEM Kinder- und Jugenddorf bei Kaliningrad. Die Betzdorfer Schülerinnen und Schüler übergaben hier im Namen der UNESCO-AG des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums einen Spendenscheck für dessen Arbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen.

Für die Betzdorfer Gymnasiasten wird vor allem die russische Gastfreundschaft und das herzliche Miteinander in Erinnerung bleiben. Finanziell unterstützt wurde der Austausch durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Land Rheinland-Pfalz und den Kreis Altenkirchen.

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