Projekte-Gruppe „Deutsche Geschichte – Heimat und das Leben unserer Vorfahren“ hielt Vortrag zum Thema „Luftkrieg in der Heimat“

Am 09.01.2019 erfolgte in der Dickendorfer Mühle die Fortsetzung der Vortragsreihe durch die Projekte-Gruppe „Deutsche Geschichte – Heimat und das Leben unserer Vorfahren“ der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ zu dem Thema „Luftkrieg in der Heimat“. Zuvor hatte sich die Projekte-Gruppe bereits am 08.11.2018 mit dem Thema „Bombenkrieg“ befasst. Die Luftschlacht um England fand auch 1941 kein Ende. Die deutsche Luftwaffe musste große Teile ihrer Verbände von der Kanalküste verlegen. Neue Kriegsschauplätze gab es in Afrika, Griechenland, Italien und ab 22. Juni 1941 auch in Russland. Bei Angriffen auf Kreta und Malta hatten die deutschen Flieger große Verluste. Durch die Zersplitterung der Verbände konnte England nur noch durch einzelne Störangriffe angeflogen werden. Die Zersplitterung der Verbände und die dauernde Unterlegenheit brachten die Luftwaffe in die Defensive. In Russland hatte die Luftwaffe durch bessere Ausbildung und technische Überlegenheit noch einen Vorteil. Nach Stalingrad und der Panzerschlacht von Kursk waren die Verluste so hoch, dass auch hier die Luftwaffe in die Defensive geriet. England begann 1940 mit seinen Bombenangriffen auf das Reich. Es kam zu 15 größeren Angriffen auf deutsche Städte, die größte Bombenlast von 100 t wurde am17.12.1940 mit 134 Flugzeugen auf Mannheim abgeworfen. Im Jahr 1941 gab es 25 größere Angriffe auf deutsche Städte. Bochum wurde am 11.05.1941 mit 445 t Bomben getroffen. Trotz dieser Angriffe funktionierte die deutsche Luftverteidigung noch gut. Die Engländer mussten durch die hohen Verluste zu Nachtangriffen übergehen. Im Jahr 1942 kam es zu 44 schweren Angriffen. Die Stadt Köln wurde am 31.05.1942 von 886 englischen Bombern angegriffen, die zusammen 1459 t Bomben abwarfen. Der Feuerschein von Köln war bis in den Westerwald zu sehen. Ab 1943 wurde die Royal Air Force (RAF) von den US-Bombern unterstützt. Die Engländer flogen weiterhin Nachtangriffe auf die deutschen Städte und die Amerikaner die Tagangriffe auf militärische und wirtschaftliche Komplexe. Damit war die deutsche Luftverteidigung überfordert. Hinzu kam noch der Einsatz von Langstreckenjägern, die den Begleitschutz über dem ganzen Reichsgebiet gewährleisteten. Durch den Einsatz von Stanniolstreifen wurden die Flugabwehrkanonen (Flak) und das deutsche Radar außer Kraft gesetzt. Im Jahr 1943 kam es zu 93 Großangriffen. Die Größten davon trafen die Städte Hamburg und Hannover mit je 2300 t. Köln erlitt 7, Berlin 12 Großangriffe. Ab 1944 errangen die Engländer und die Amerikaner die Lufthoheit über Deutschland. Die Luftwaffe wurde im eigenen Land gejagt. Fehlender Treibstoff und mangelnde Ausbildung der jungen Piloten machten sich negativ bemerkbar. Die neuen deutschen Düsenjäger konnten das Blatt nicht mehr wenden. In fürchterlichen Luftschlägen wurde nun gezielt das Reich zerstört und der Vormarsch der alliierten Bodentruppen unterstützt. Zum letzten Großeinsatz der Luftwaffe kam es bei der Ardennenoffensive. Hier wurden nochmals 1000 Maschinen zu einem Angriff mobilisiert. Der Kampf endete mit etwa 400 Verlusten, wobei die deutsche Flak etwa 200 eigene Maschinen abschoss. Die letzten Einsätze der Luftwaffe waren Kamikazeeinsätze auf amerikanische Bomber und auf die Brücken bei Frankfurt an der Oder. Bei ihrem Vormarsch fielen der US-Armee in Bayern rd. 1000 abgestellte Düsenjäger wegen Spritmangel in die Hände. Viele Luftwaffensoldaten wurden als „Kanonenfutter“ in den Luftwaffenfelddivisionen eigesetzt und verloren dort ihr Leben. Zum Abschluss des Vortrags sprachen die Teilnehmer über den amerikanischen Bombenangriff auf Betzdorf im März 1945.

Ansprechpartner für die Projekte-Gruppe ist der Kümmerer Berthold Hammer, Telefon: 02747/1071 oder per E-Mail: berthold.hammer@hotmail.de .

 

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