Rückblick auf ein besonderes Jahr

Es ist ein verrücktes Jahr, auf das auch wir als Jugendpflegen der Verbandsgemeinden Betzdorf-Gebhardshain und Kirchen zurück blicken. Besonders anstrengend, besonders traurig, aber auch besonders kreativ und mit vielen neuen Erfahrungen, die uns gewiss in Zukunft weiter begleiten werden. Krisen bergen Chancen für Veränderung und Entwicklung. Auch für uns. Noch im Januar tummelten wir uns mit über 50 Jugendlichen bei einer Bildungsfahrt in London. Kuschelkurs galt da fürs Gruppenfoto, es sollten doch alle mit drauf passen. Dicht an dicht tanzten über 100 Kinder auf engem Raum bei der Zahnspangendisco in Nauroth. Auf Tuchfühlung ging’s da beim Luftballontanzen. Unvorstellbar und fast unwirklich fühlt sich das jetzt in der Rückschau an. Obwohl genau dies seit Jahrzehnten unser Alltag war. Dann der Lockdown. Schockstarre. Alle Jugendtreffs und Spielgruppen müssen schließen, alle Veranstaltungen und Freizeiten abgesagt werden. Im Hintergrund versuchen wir, alles reibungslos abzuwickeln. Es ist schwierig, die Gespräche mit unseren Referenten zu führen, die uns seit Jahren versiert begleiten und die jetzt vollkommen im Ungewissen stehen ob ihrer Zukunft. Wir sprechen mit Eltern, die nicht wissen, wie sie die Kinderbetreuung regeln sollen und bei denen die Nerven blank liegen, weil Lagerkoller innerhalb der Familie droht. Und wir schreiben WhatsApps. Unzählige. Als Hauptkommunikationsmittel zu all unseren Jugendlichen. Anders als in der Öffentlichkeit oft dargestellt, genießen die nämlich nicht zügellos Corona-Ferien, sondern versuchen trotz der Widrigkeiten den Anschluss an die Ausbildung nicht zu verlieren, im Homeschooling mitzuhalten oder irgendwie doch noch ein Praktikum zu ergattern. Die ersten Regel-Lockerungen lassen uns aufatmen. Die Ideen wachsen und irgendwie finden wir zwischen all den Corona-Verordnungen unseren Platz. Auch wenn der morgen schon wieder ganz anders aussehen kann. „Sofern es die zu dem Zeitpunkt gültige Verordnung zulässt“ wird ein Standardsatz. Doch wir probieren uns aus. Und Flexibilität brauchten wir schon immer. Jetzt vielleicht ein bisschen mehr. Wir bieten zum ersten Mal Online-Jugendleiterschulungen an, teamen selbst per Videokonferenz, münzen bewährte Programmpunkte zu Schönwetteraktionen im Freien um und stampfen neue Angebote aus dem Boden. So verwandelt sich das Parkdeck plötzlich zum Bobbycarkino, unser Spielanhänger geht mit uns auf Tour durch die Verbandsgemeinden, Schulhöfe verwandeln sich zu Bühnen für Zaubershows. Beratungsgespräche finden im Freien statt und selten haben wir zuvor so viel bei Spaziergängen regeln können. Es gibt den ersten stehenden Martinszug in Betzdorf und kurze Zeit später wartet ein Digitaler Adventskalender mit Überraschungen auf seine täglichen Besucher, während Actionbounds zu spannenden Rundgängen durch die Städte einladen. Mit Hygienekonzepten können Ferienbetreuung, Jugendtreffs und Spielgruppen wieder öffnen. Es macht Freude, Neues zu entwickeln. Und plötzlich ist das Jahr viel zu kurz für all die Ideen, die noch auf ihre Umsetzung warten. Wie in jedem Jahr ist einer unserer letzten Programmpunkte das Dankeschön-Treffen unserer Ehrenamtler. Mehr als dreißig Personen kommen in diesem Jahr zusammen. Und alle finden sich am Ende unverhofft tanzend zum „Tschu Tschu Wa“-Song wieder. Gemeinsam. Ungeplant. Fast so wie immer, nur anders: denn jeder tanzt vor seinem Bildschirm. Es gibt ein gutes Gefühl zu erleben, dass sich immer wieder neue Wege finden lassen, wenn die alten gerade versperrt sind. Natürlich ersetzen die Alternativen nicht das Dagewesene. Wir selbst fiebern den persönlichen Kontakten, der sozialen Nähe und der alten Planungsfreiheit entgegen. Doch wir wissen, dass all die Mühen gerade Not tun. Und wir sind unglaublich dankbar für alles, was wir in diesem Jahr lernen durften und für alle, die uns in diesem Jahr unterstützt haben. Durch aktive Hilfe oder durch das Vertrauen, das unserer Arbeit entgegen gebracht wird. Mit Oscar Wilds Überzeugung „Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende“ wünschen wir in alle Richtungen einen wundervollen Start in ein lebendiges neues Jahr und freuen uns auf all das, was mit den Jugendpflegen kommen mag.

 


 

Ab dem 4. Januar sind alle Jugendpfleger wieder wie gewohnt zu erreichen:

Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain -Jugendpflege-
Hellerstraße 2
57518 Betzdorf
Tel: 02741 291-423, -432, -443
E-Mail: jugendpflege@vg-bg.de

Verbandsgemeinde Kirchen -Jugendpflege-
Lindenstraße 3
57548 Kirchen
Tel: 02741 688-243, -244
E-Mail: jugendpflege@kirchen-sieg.de

 

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