„Wat es dat da?“ war wieder ein Erfolg

Die Vorfreude war groß auf die Veranstaltung „Wat es dat da?“ des Betzdorfer Geschichte e.V. Die Erwartungen blieben nicht unerfüllt: Der jährliche Termin am ersten November-Sonntag war wieder gut besucht und auch die mitgebrachten Schätzchen hatten es in sich.

BGV-Vorsitzender Heinz Stock konnte ein fast schon eingeschworenes Publikum begrüßen, erstmalige Besucher kamen schnell ins Staunen ob der mitgebrachten Altertümchen. Das Staunen und Bewundern fiel allerdings auch nicht schwer im Ambiente des „Hauses der Betzdorfer Geschichte“, wo es keine ständige Ausstellung gibt, sondern der große Saal einem ständigen Wechsel unterworfen ist. Aktuell, so erklärte Geschäftsführer Gerd Bäumer, sei man dabei, die aus einem Außenlager überführten Jahrgangs-Bände der beiden örtlichen Tageszeitungen einzulagern.

„Wat es dat da?“ hieß es zunächst, als Klaus Schumacher von den Heimatfreunden aus Hamm ein seltsam anmutendes Bügeleisen auf den Tisch stellte. Dass in den integrierten Tank ein Brennstoff eingefüllt werden musste, war jedem klar – aber wie und wo dieser entflammte, um das Eisen aus englischer Produktion zu erwärmen, blieb letztlich unklar.

Friedel Schmidt aus Schutzbach hatte viele, meist papierne Zeugen aus der Vergangenheit der Firmen Nickel und Jung-Jungenthal mitgebracht. Seine Ausführungen dazu sorgten oftmals für Heiterkeit, weil er einige Anekdoten mit viel Wortwitz zu Gehör bringen konnte. Später zeigte Schmidt eine (allerdings sehr neuzeitliche) Ausstechform des Daadener „Hahn-Engels“ für Teigwaren.

Ein Foto vom ersten Fleischverkauf in der Wilhelmstraße nach dem letzten Weltkrieg ließ Paul-Gerhard Heun durch die Reihen gehen. Den jüngeren Anwesenden war der Begriff „Fleischbank“ nur vom Hören-Sagen bekannt.

Familie Grossert ist ständiger Besucher des BGV-Frühschoppens, und immer bringen sie besondere Dinge mit. Diesmal waren es Aufzeichnungen des mittlerweile nicht mehr existierenden „BMW-Klub“. Heinz Stock nahm die Unterlagen gerne in Empfang, da schon mehrere alte Vereins-Papiere hier eingelagert sind. Enthalten war auch ein eindrucksvolles Foto, auf dem eine ganze Kompagnie abgebildet ist. Hintergründe dazu ließen sich leider nicht mehr recherchieren.

So gingen an diesem Morgen neben den beschriebenen Schätzen auch viele kleine Dinge durch die Hände der Anwesenden, wurden untersucht und eingeordnet, einiges konnte leider in keine Schublade gesteckt und abgehakt werden. Bevor Heinz Stock allen für ihr Erscheinen herzlich dankte, zeigte Gerd Bäumer noch ein Eisen mit Stiel, mit dem Löcher in warme/heiße Metallteile geschlagen werden konnten – vermutlich in einer Schmiedewerkstatt. Die Gäste gingen nach einer kleinen Zeitreise nach Hause mit der Vorfreude auf „Wat es dat da?“ im nächsten Jahr.

Foto: Verein


PM Gerd Bäumer, BGV-Geschäftsführer | Quelle: www.ak-kurier.de